(10|11|08) Bald müssen weniger Kaninchen in Tierversuchen leiden. Die
OECD hat endlich ein tierversuchsfreies Verfahren für die Hautverträglichkeitsprüfung
anerkannt. Bereits im nächsten Jahr wird die Methode in der EU gesetzlich verbindlich
vorge- schrieben sein. Der Schweizer Tierschutz STS begrüsst diesen Entscheid und fordert
den Bundesrat auf, diese neue Regelung umgehend für die Schweiz zu übernehmen und
umzusetzen.
Mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes zur Chemikaliensicherheit REACH wird eine riesige
Zunahme bei den Tierversuchen erwartet. Denn sämtliche bereits bekannten Stoffe müssen
erneut auf ihre Sicherheit geprüft werden. Bei diesen düsteren Aussichten hat nun die
"Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Europa
(OECD)" einen positiven Beschluss gefasst. Danach darf die hautreizende Wirkung von
Stoffen nur noch mit einer tierversuchsfreien Methode geprüft werden. Bei dem durch die
Expertenkommission der OECD anerkannten Prüfverfahren werden rekonstruierte Modelle
menschlicher Haut verwendet, statt der bisher vorgeschriebenen Kaninchen.
Rasche Umsetzung nötig
Dank eines beschleunigten Verfahrens wird nun diese Methode umgehend in die europäische
Gesetzgebung einfliessen und Anfang 2009 auch als OECD-Richtlinie verabschiedet. Der
Schweizer Tierschutz STS ist froh darüber, dass diese Prüfmethode endlich validiert
wurde. Damit kann viel unnötiges Tierleid vermieden werden. Der STS fordert nun den
Bundesrat auf, dieses Prüfverfahren umgehend verbindlich für die Schweiz zu übernehmen
und die kantonalen Bewilligungsbehörden für Tierversuche entsprechend zu instruieren, um
die rasche Umsetzung durch die betroffenen Firmen zu gewährleisten.
Zuverlässigere Ergebnisse bei weniger Tierversuchen
Die Anerkennung dieser Alternativmethode bewahrt vor allem Tausende von Kaninchen vor
einem grausamen Schicksal: Denn für den Hautverträglichkeitstest von einer einzigen
Substanz werden bis jetzt mindestens drei Kaninchen geopfert. Die stressempfindlichen
Tiere werden an einer Körperstelle geschoren und darauf die zu prüfende Substanz
aufgetragen. Die Folgen können Schwellungen, Entzündungen oder sogar Verätzungen sein,
was zu starken Schmerzen und unerträglichem Juckreiz führt. Manche Stoffe durchdringen
auch die Haut und vergiften das Versuchstier innerlich.
Für das künstliche Hautmodell spricht ausserdem, dass seine Resultate auch wirklich
direkt auf Menschen übertragbar sind und zudem der Effekt älterer Haut oder dunklerer
Hauttypen erzeugt werden kann. Die nun zugelassene Prüfmethode ist also ein Gewinn für
Mensch und Tier.
Für Rückfragen:
Dr. med. vet. Julika Fitzi-Rathgen, Fachstelle Tierversuche und Gentechnologie Schweizer
Tierschutz STS, Telefon 071 310 12 38
Geschäftsstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 061 365 99 99
sts@tierschutz.com
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